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Article | Apr 09, 2019

Langfristiges Engagement in Uruguay

Seit dem Pflanzen der ersten Eukalyptus-setzlinge vor 30 Jahren fördert UPM in Uruguay regionale Beschäftigung und Unternehmertum. Die Auswirkungen sind auf vielfältige Art und Weise spürbar.

Im Jahr 1988 wurde in Uruguay ein neues Forstgesetz eingeführt. Dies markierte den Beginn der nachhaltigen Forstwirtschaft. Seither ist die Forstindustrie zu einem wichtigen Bestandteil der uruguayischen Wirtschaft geworden und hat viele Menschenleben bedeutend verändert. Höchstwahrscheinlich werden dieses Jahr Forstprodukte den größten Teil von Uruguays Exportvolumen ausmachen. Mittlerweile sind 25.000 Menschen in Uruguay in der Forstwirtschaft beschäftigt. 

Laut Jussi Penttilä, Vice President UPM Uruguay, hat UPM eine bedeutende Rolle in dieser Transformation gespielt: „Alle Aktivi­täten in Uruguay werden von UPM auf lange Sicht geplant. Derzeit beschäftigen wir 7.000 Mitarbeiter in der gesamten Wertschöpfungskette.“

Das Plantagen- und Holzbeschaffungsunternehmen von UPM, Forestal Oriental, liefert Holz von nachhaltig bewirtschafteten regionalen Eukalyptusplantagen zum UPM Zellstoffwerk Fray Bentos. Zwei moderne Baumschulen gewährleisten die Verfügbarkeit von ertragreichen und an die regionalen Bedingungen angepassten Eukalyptusbäumen.

„Dadurch stellen wir sicher, dass wir die von uns verwendeten Rohstoffe genau kennen und wissen, wie sie unseren Eukalyptuszellstoff beeinflussen“, so Penttilä.

„Einer der Vorteile von Eukalyptus ist das schnelle Wachstum. Die Setzlinge, die wir heute anpflanzen, liefern in zehn Jahren bereits Holz“, führt Penttilä aus. „Dennoch ist das, was wir hier machen, eine Arbeit auf lange Sicht.“

Förderung kreativer Partnerschaften

Die wachsende Forstindustrie hat in vielerlei Hinsicht neue Möglichkeiten mit sich gebracht. Laut Ricardo Methol, Technical Development and Planning Manager bei UPM Forestal Oriental, ist die Waldbewirtschaftung eine ganzjährige Aufgabe.

„Die Ernte und der Transport von Holz finden in drei Schichten, 24 Stunden am Tag und 7 Tage die Woche, statt. Damit werden das ganze Jahr über Beschäftigung und Unternehmertum in der Region gefördert – das stärkt die Wirtschaft“, so Methol.

UPM Forestal Oriental bezieht einen Teil seines Zellstoffes über das Fomento Kooperationsprogramm, an dem mittlerweile 550 uruguayische Produzenten beteiligt sind. In der Praxis bedeutet dies, dass Fomento regionalen Landbesitzern die Möglichkeit bietet, ihre traditionelle Produktion der Rinderzucht und Landwirtschaft mithilfe einer nachhaltigen Eukalyptusproduktion mit qualitativ hochwertigen UPM Setzlingen zu diversifizieren.

Einer dieser unter Vertrag stehenden Landbesitzer ist Eduardo Alvarez aus Durazno in Zentraluruguay. „Die Zusammenarbeit mit UPM bietet Stabilität. Es zeigt, dass Umweltschutz und Geschäft Hand in Hand gehen können. Das ist eine wunderbare Erfahrung. Alles geschieht nach Vorschrift“, erzählt Alvarez.

Alvarez ist nicht der Einzige, der von den Bäumen auf seinem Land profitiert: Auch die Kühe sind glücklich, denn die Eukalyptusbäume spenden ihnen Schutz und Schatten in der sengenden Hitze.

Enger Kontakt mit der regionalen Bevölkerung

„In den Gegenden, in denen wir aktiv sind, stehen wir in engem Austausch mit der lokalen Bevölkerung“, so Magdalena Ibañez, Managerin bei der UPM Foundation. „Dies beinhaltet regelmäßige Treffen, Besuche des Zellstoffwerks und der Plantagen sowie Schulungsveranstaltungen.“

Die UPM Foundation wurde 2006 gegründet und arbeitet mit lokalen Stakeholdern und öffentlichen Institu­ten vor Ort zusammen, um die ländlichen Gemeinden durch Bildung, ­Schulungen und bei der Förderung von Unternehmertum zu unterstützen.

Der Großteil der Branchen und Unternehmen sowie fast die Hälfte der Bevölkerung Uruguays ist entweder in der Hauptstadt Montevideo oder im Umland angesiedelt. Die Standorte von UPM findet man hingegen in den ländlichen Gegenden, wo Menschen weniger Zugang zu Schulungsmöglichkeiten haben.

„Das Ziel der UPM Foundation ist es, die Bevölkerung in der Region mithilfe von Entwicklungsprojekten für Bildung und Schulungen zu unterstützen. Schulungsmöglichkeiten und Arbeitsplätze können die Landflucht reduzieren“, erläutert Ibañez.

Fünf Jahre erfolgreiche Betriebssicherheit

Das Werk Fray Bentos wurde 2007 von UPM gegründet und befindet sich an den Ufern des Uruguay Flusses im Südwesten des Landes. Nach wie vor ist es eines der weltweit effizientesten Zellstoffwerke, in dem jährlich 1,3 Millionen Tonnen an Eukalyptuszellstoff produziert werden. 

Die Zellstoffballen werden vom Werk auf einem Kahn flussabwärts zum Hafen Nueva Palmira transportiert, wo sie auf ein größeres Schiff geladen und nach Europa oder Asien befördert werden.

„Unser Werk befindet sich in einem hervorragenden Zustand. Die Mitarbeiter sind motiviert und unsere Arbeitsabläufe eingespielt. Alle haben eine gute Einstellung zu ihrer Arbeit“, berichtet Martin Gutfraind, Production Manager.

Sicherheit hat bei UPM oberste Priorität. „Bereits seit fünf Jahren haben sich an diesem Standort keine Arbeitsunfälle mit einer längeren Ausfallzeit der Mitarbeiter mehr ereignet“, erzählt Gutfraind.

Seit der Gründung des Werks wird dessen Umweltbilanz sowohl von UPM als auch von den regionalen Behörden und mit Hilfe unabhängiger Wissenschaftler und Experten laufend beobachtet.

Dabei werden hauptsächlich Luftemissionen, Abwasser und Abfall überwacht. Im Zentrum dieser Untersuchungen steht die Wasserqualität des Flusses. Ein gutes Beispiel für die intensive Überwachung ist eine ausführliche Studie zum Fischbestand.

„Die über einen Zeitraum von mehr als 10 Jahren von nationalen und internationalen Umweltbehörden gesammelten Daten bestätigen, dass das Werk keine negativen Auswirkungen auf den Fluss oder seine Bewohner hat. Wir stehen für eine transparente Kommunikation bei Umweltthemen und geben Studienergebnisse an all unsere Stakeholder weiter“, erklärt Penttilä.

Motivierte Experten und regionale Talente

Durch die Unternehmenskultur wird eine kontinuierliche Entwicklung gefördert. Als die Konstruktion des Werks Fray Bentos 2004 beschlossen wurde, wurden Techniker und Ingenieure mit guten Grundkenntnissen eingestellt. Diese Mitarbeiter haben sich weiterentwickelt und sind heute gefragte Fachkräfte.

„Viele Werkstechniker haben ihre Karriere vorangetrieben und sind heute Schichtleiter oder Aufsichtspersonen. Techniker, die im Werk Fray Bento angefangen haben, arbeiten heute an UPM Standorten auf der ganzen Welt“, so Penttilä.

Um auch in ländlichen Gegenden technische Fähigkeiten und Ingenieurwissen zu fördern, richteten UPM und die Technische Universität von Uruguay (UTEC) eine Regionale Technische Universität (ITR) in Fray Bentos ein. Die neue Universität öffnete 2016 ihre Pforten für Studierende und ist auf die Bereiche Mechatronik, erneuerbare Energien, Transport und Logistik spezialisiert.

„In der letzten Bewerbungsrunde kamen sieben von zehn Bewerbungen von qualifizierten Personen aus dieser Region“, merkt Gutfraind an. „Durch die Schaffung neuer Arbeitsplätze bestärken wir Menschen darin, sich in den Dörfern in der Nähe unserer Betriebe niederzulassen.“

Starthilfe für eine verschlafene Stadt

Fray Bentos hat in den letzten paar Jahren eine einschneidende Entwicklung durchgemacht. Vor über zehn Jahren war es noch eine verschlafene Stadt, scheinbar gefangen im Teufelskreis von Bevölkerungsschwund und geringer Grundversorgungsleistung. „Die größte Herausforderung für Fray Bentos war schlicht das Überleben“, berichtet Walter Latapie, der 70-jährige Besitzer eines regionalen Reifengeschäfts.

Als der Bau des Werks angekündigt wurde, erhielt die regionale Wirtschaft eine willkommene Starthilfe. Die wirtschaftlichen Auswirkungen des Werks machen sich überall bemerkbar: „Das Werk schafft Arbeitsplätze, erhöht die Kaufkraft der Menschen und verbessert das Wohlergehen der gesamten regionalen Bevölkerung“, führt

Penttilä aus.

Latapie sieht das ebenso: „Das Werk hat all unsere Erwartungen übertroffen. Das Arbeitsaufkommen nahm zu, und wir mussten hart arbeiten, um mithalten zu können!“

 

Fotos UPM

Text Ella Navarro