Artikel | 06/28/2021 06:36:37

Eine zunehmende Sensibilisierung und Regulierung in Bezug auf den Klimawandel schafft Chancen für das Holzbauwesen

In Dänemark bestehen gerade einmal 8 % aller Gebäude aus Holz. Dies ist ganz normal für ein Land mit wenigen Wäldern und ausreichend geeignetem Material zur Herstellung von Beton. Da das Land nun aber nach allen erdenklichen Möglichkeiten sucht, um die Ziele der Vereinten Nationen für nachhaltige Entwicklung bis 2030 zu erreichen, kommt dem Holzbau als Teil der Lösung mehr Bedeutung zu.

Dänemark einigte sich im März 2021 auf eine nationale Strategie für nachhaltiges Bauwesen. CO2-Anforderungen für Neubauten mit einer Fläche von mehr als 1000 m2 werden 2023 festgelegt, für alle Neubauten unabhängig von der Größe ab 2025. Andere Länder folgen dem Beispiel Dänemarks. Welche Maßnahmen sollten oder könnten Holzindustrieunternehmen ergreifen, um sicherzustellen, dass sie diese Chance nutzen können?

„Die Bauindustrie ist für 40 % der weltweiten CO2-Emissionen verantwortlich. Das Potenzial der Holzbauweise zur Eindämmung des Klimawandels ist enorm. Mit Holz zu bauen kann im Vergleich zur Verwendung von Beton und Ziegeln eine Verringerung der CO2-Emissionen um 70 % bedeuten. Natürlich haben verschiedene Holzlösungen unterschiedliche Auswirkungen auf das Klima“, erklärt Martin Tholstrup, Chairman der Danish Wood in Construction Association (Træ i Byggeriet).

Der Verband wurde von 30 der wichtigsten dänischen Holzbauunternehmen ins Leben gerufen, um die Vorteile der Holzbauweise zu bewerben und Informationen zur Unterstützung bei der Entscheidungsfindung bereitzustellen. Viele der Probleme, denen der Holzbau in Europa und auf der ganzen Welt gegenübersteht, sind mit unzureichenden Informationen verbunden. Es fehlt an Bewusstsein in der Öffentlichkeit, im politischen Bereich und im Bildungswesen.

 

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Martin Tholstrup

 

Um dagegen anzugehen, hat der Verband vier weitere Vorschläge zur nationalen Strategie Dänemarks hervorgebracht: Einführung einer CO2-Steuer für Baustoffe, Einbeziehen der Holzbauweise als Pflichtbestandteil der Ausbildung im Bauwesen, Festlegung einheitlicher Sicherheitsanforderungen an Baustoffe und Nachfrage nach nachhaltigem Bau in öffentlichen Ausschreibungen.

„Der bahnbrechende Wandel in Dänemark besteht darin, Politikern genaue Informationen über die Vorteile des Holzbaus für die Umwelt bereitzustellen. Wir möchten das nationale Ziel zur Reduzierung von CO2-Emissionen bis 2030 erreichen, indem wir den Anteil des Holzbaus von 8 % auf 20 % erhöhen“, so Tholstrup.

Innovative Produktentwicklung und transparente Nachhaltigkeitsdaten

Genaue, transparente Nachhaltigkeitsinformationen und innovative Produktentwicklung gehören zu den Schlüsselelementen, wenn es um die Herausforderung des Klimawandels geht.

Tholstrup selbst ist CEO von Taasinge Elementer, einem dänischen Unternehmen, das der Bauindustrie vorgefertigte Holzkonstruktionen wie Dach- und Fassadenelemente anbietet. Das Unternehmen konzentriert sich auf städtische Gebäude und größere Bauvorhaben. Es ist bekannt für seine intelligenten und innovativen Lösungen, die einen guten Prozessfluss auf Baustellen gewährleisten.

UPM Plywood gehört zu den Lieferanten des Unternehmens.

„Wir alle sollen die Dokumentation zur Nachhaltigkeit unserer Produkte und die Nachhaltigkeitsdaten im Allgemeinen verbessern und veröffentlichen. Viele Unternehmen behalten die Daten für sich. UPM Plywood ist ein sehr professioneller Partner in dieser Angelegenheit und nimmt eine klare Vorreiterrolle ein. Die Daten müssen transparent sein, da wir bei Taasinge Elementer beispielsweise viele verschiedene Materialien in unseren vorgefertigten Elementen kombinieren.“

Sanierung als weitere Möglichkeit zur Eindämmung des Klimawandels

Das neue dänische Abkommen über den umweltfreundlichen Wandel im Bauwesen konzentriert sich hauptsächlich auf Neubauten. Holz kann jedoch auch zur Eindämmung des Klimawandels beitragen, indem es bei der Sanierung von Beton- und Ziegelgebäuden zum Einsatz kommt.

„In den letzten 20 Jahren hat unser Unternehmen im Rahmen von Sanierungsarbeiten viel Holz in Betonbauten, die in den 60er Jahren und 70er Jahren gebaut wurden, integriert. Es ist ein riesiger Markt. Ein Gebäude zu sanieren ist schneller, günstiger und nachhaltiger als ein neues Gebäude zu bauen. Es ist eine großartige Möglichkeit zur Erreichung der CO2-Ziele.“

„Die Zementproduktion ist weltweit für 5 % der jährlichen Kohlenstoffemissionen verantwortlich. Schiffstransport und Luftfahrt erzeugen 2 %. Jeder kennt den Einfluss des Fliegens auf das Klima, doch nur die wenigsten wissen, wie nachhaltig die Gebäude sind, die sie entwerfen, in Auftrag geben und nutzen. Ich habe drei Kinder und möchte, dass sie in einer möglichst guten Welt leben. Wenn Beton klimafreundlicher hergestellt werden kann, habe ich überhaupt keine Probleme damit“, betont er.

Taasinge Elementer ist Dänemarks führender Hersteller von vorgefertigten Dach- und Fassadenelementen auf Basis von Holzrahmenkonstruktionen für die Bauindustrie. Das Unternehmen hat eine einzigartige Marktposition im Bereich der hochwertigen Vorfertigung, wobei Materialkenntnisse und kundenspezifische Produkte aus flachen Elementen wie Fassaden, Dächern und Terrassen eine wesentliche Rolle spielen. Taasinge Elementer verfügt derzeit über drei Produktionsstätten in Dänemark, zwei in Norwegen und eine in Lettland, wobei die Bauindustrie den wichtigsten Bereich ausmacht.

 

Nationale Strategie Dänemarks (auf Dänisch)