Parallele Feldstudien von UPM zu Forstzertifizierungsstandards zeigen: Fünf Standards fördern ökonomische, soziale und ökologische Forstwirtschaft mit unterschiedlicher Gewichtung

Press Release 24.5.2005 2:00 EET

Die im Sommer 2004 begonnenen parallelen Tests von verschiedenen Forstzertifizierungsstandards zeigen, dass der in Finnland am häufigsten verwendete Standard, FFCS, der finnische FSC-Entwurf, der schwedische FSC, der nordamerikanische SFI und UKWAS in Großbritannien die wirtschaftliche, soziale und ökologische Forstwirtschaft fördern, aber unterschiedlich gewichten. Darüber hinaus geben die Tests wertvolles Feedback für UPMs Forstwirtschaft im Hinblick auf verschiedene Zertifizierungssysteme.

Die Feldstudien wurden von dem unabhängigen Gutachter Det Norske Veritas durchgeführt. WWF International nahm als Beobachter teil und begleitete das Projekt als technischer Berater.

Den Studien zufolge bestehen zwischen den verschiedenen Standards erhebliche Unterschiede in der Anzahl der Anforderungen, dem Geltungsbereich und den Mindestanforderungen. Die Unterschiede treten sowohl zwischen verschiedenen Standards in einem Land sowie zwischen nationalen, zum gleichen Zertifizierungssystem gehörenden Standards auf. Dies erklärt sich aus den lokalen Gegebenheiten und den an der Ausarbeitung der Standards beteiligten Intressengruppen. So hat die geringe Beteiligung der Industrie bei der Ausarbeitung des FSC Maritime Zertifizierung und teilweise auch dem finnischen FSC-Entwurf zu Standards geführt, die mehr Gewicht auf Umwelt- und soziale Fragen legen. Dagegen wurde diesen Kriterien bei der Entwicklung des FFCS in Finnland infolge der nicht vorhandenen Unterstützung durch die NGO weniger Beachtung geschenkt.

Während der Feldstudien hatten die Gutachter von Det Norske Veritas Schwierigkeiten mit der Interpretation einiger Anforderungen der Standards. Keine Auslegungsprobleme gab es bei FFCS und UKWAS. Schwierigkeiten bereiteten den Gutachtern die Auslegung der Kriterien des finnischen FSC-Entwurfs und mehr noch der Kriterien des FSC Maritime.

„Weniger als 6 Prozent der globalen Waldflächen sind zertifiziert, allerdings sind es 30 Prozent der Wirtschaftswälder. Die Studien belegen, dass bei der Ausarbeitung nationaler Standards die Beteiligung wichtiger Interessengruppen nötig ist, um die Glaubwürdigkeit der Zertifizierungsstandards zu steigern. UPM ist bereit, solche Initiativen zu fördern, um den Anteil glaubwürdig zertifizierter Fasern auf dem Markt zu erhöhen“, sagt Jaakko Sarantola, Senior Vice President, Forestry and Wood Sourcing. „Darüber hinaus ist UPM bereit, gemeinsam mit dem WWF und auf diesem Gebiet führenden Universitäten die Forschung zu nachhaltigen forstwirtschaftlichen Methoden weiter zu entwickeln.“

„Dies war eine wichtige Studie, die zum ersten Mal über den theoretischen Vergleich hinausgeht. Die Tests haben die Unterschiede zwischen den Systemen und Standards auf der Ebene des Waldes deutlich gemacht und geholfen, diese Unterschiede zu verstehen. Sie haben auch die Vorteile des UKWAS in Großbritannien aufgezeigt, der sowohl die FSC- und PEFC-Anforderungen erfüllt“, sagt Duncan Pollard vom WWF International.

Wertvolles Feedback für UPMs Forstwirtschaft

Die Ergebnisse der Studien zeigen, dass UPM die Anforderungen der fünf Standards zu 84 Prozent erfüllt. UPMs Stärken liegen in der Einhaltung gesetzlicher Vorschriften, dem Wasserschutz, der Auswahl von Baumarten und Management von Neuanpflanzungen sowie der vielfältigen Nutzung des Waldes und dem "Jedermannsrecht".

Gegen die an UPM erteilten Zertifizierungen wurden nur geringfügige Verstöße festgestellt. Das Unternehmen wird die Mängel korrigieren. Die Performance hinsichtlich der Zertifizierungssysteme, nach denen UPM nicht zertifiziert ist, war unterschiedlich: die Anforderungen des schwedischen FSC wurden gut erfüllt, aber merklich mehr Abweichungen wurde bezüglich des finnischen FSC-Entwurfs und des FSC Maritime ausgemacht.

Die Untersuchung ist für UPM eine gute Grundlage, um seine forstwirtschaftlichen Praktiken in verschiedenen Ländern weiterzuentwickeln und besser an die Anforderungen der verschiedenen Standards anzupassen. Das heißt beispielsweise, dass UPM seine forstwirtschaftliche Planung fortentwickeln und Biodiversität fördern wird. Auf Basis der Ergebnisse wird UPM seine eigenen forstwirtschaftlichen Zertifizierungsrichtlinien aktualisieren.

Die parallelen Feldstudien zum Vergleich der Zertifizierungsstandards wurden in Kanada, Finnland und Großbritannien auf konzerneigenen oder von UPM bewirtschafteten Flächen durchgeführt. Die Testgebiete wurden von UPM ausgewählt. Sie entsprechen etwa 2 Prozent der gesamten von UPM bewirtschafteten Wälder.

Es wurden etwa zehn Sachgebiete der nationalen Standards sowie der internationalen Standards PEFC und FSC untersucht. Für die Feldstudien wurde einige Schlüsselkriterien ausgewählt, die nach Ansicht von UPM und WWF die größte Auswirkung haben und daher am besten das Funktionieren der Standards illustrieren würden. Die gewählten Kriterien decken etwa ein Drittel aller Kriterien der sechs getesteten Standards ab.


Falls Sie weitere Informationen wünschen, wenden Sie sich bitte an:
Päivi Salpakivi-Salomaa, Environmental Forestry Affairs, Tel.: +358 204 163 862
Kanada: Paul Orser, Director, Forestry and Wood Sourcing, Nordamerika,
Tel. +1 506 627 3412
GB: Martin Gale, Vice President, International Forestry, Tel. +44 207 800 7663
Duncan Pollard, Leiter des European Forest Programms, WWF International,
Tel. +41 79 477 3336

Der Bericht "Parallel testing of forest certification standards" ist auf Englisch erhältlich unter www.upm-kymmene.com, Media Relations, Press kits, Parallel testing of forest certification standards

UPM
Corporate Communications
24. Mai 2005

Hinweise für Redakteure:

UPM besitzt Wald in Kanada, Finnland, Großbritannien und den USA. Die größten Waldflächen befinden sich in Finnland (930 000 Hektar) und den USA (79 000 Hektar). UPM bewirtschaftet zudem in Kanada eine Fläche von 940 000 Hektar in New Brunswick, die Eigentum der Provinz ist. Die Wälder in Kanada und den USA sind nach dem Standard SFI zertifiziert. Die Wälder in Finnland sind nach FFCS und in Großbritannien nach UKWAS zertifiziert.

Verglichene Zertifizierunsgssysteme:

Kanada: FSC Maritimes, SFI und CSA
Finnland: FFCS (PEFC), FSC Schweden und der finnische FSC-Entwurf
Großbritannien: UKWAS (FSC und PEFC)

CSA (Canadian Standards Association) ist ein gemeinnütziger mitgliederbasierter Verband. Er hat seit 1919 über
2000 Standards für verschiedene Industrien entwickelt. Im letzten Jahrzehnt war CSA im Bereich Umweltschutz tätig und hat 1996 in Kanada den nationalen Standard für nachhaltige Forstwirtschaft (CAN/CSA Z809) entwickelt. CSA ist seit März 2005 PEFC-Mitglied. Weitere Informationen finden Sie unter: www.sfms.com/csa.htm.

FFCS (Finnish Forest Certification System) ist der nationale finnische Forstzertifizierungsstandard des PEFC. Er wurde 1997 eingeführt. Weitere Informationen finden Sie unter: www.ffcs-finland.org/.

FSC (Forest Stewardship Council) ist eine 1993 gegründete internationale Nichtregierungsorganisation, die sich weltweit für eine ökologische sowie sozial und wirtschaftlich verträgliche Nutzung der Wälder einsetzt. Die Organisation hat zehn forstwirtschaftliche Grundprinzipien sowie eine Reihe bestimmter detaillierterer Kriterien formuliert. Die gültigen Zertifizierungsstandards werden in Übereinstimmung mit den FSC-Grundsätzen entwickelt und an die Verhältnisse in den jeweiligen Ländern angepasst. Weitere Informationen finden Sie unter: www.fsc.org

PEFC (Programme for the Endorsement of Forest Certification Schemes) ist eine 1999 gegründete Dachorganisation für die gegenseitige Anerkennung von nationalen oder regionalen Forstzertifizierungssystemen, die international anerkannte Kriterien für nachhaltige Forstwirtschaft erfüllen. Die Zertifizierungssysteme basieren auf international anerkannten Anforderungen und nationalen Umsetzungen. In Europa wurden entsprechende Prinzipien bei einer Konferenz der EU-Forstminister verabschiedet. Weitere Informationen finden Sie unter: www.pefc.org.

SFI (Sustainable Forestry Initiative) ist ein 1994 vom amerikanischen Forst- und Papierverband AF&PA entwickeltes Programm zur nachhaltigen Forstwirtschaft. Das SFI-Programm wird vom SFB (Sustainable Forestry Board) überwacht, das aus Vertretern von Umweltorganisationen, Beamten (von Staats- und Bundesbehörden), professionellen/akademischen Gruppen und der Industrie besteht. Weitere Informationen finden Sie unter: www.aboutsfi.com.

UKWAS (United Kingdom Woodland Assurance Standard) ist der 1999 verabschiedete nationale britische Forstzertifizierungsstandard des FSC und PEFC. Weitere Informationen finden Sie unter: www.forestry.gov.uk/website/oldsite.nsf/byunique/HCOU-4UFP7F.